Quinoa aus der Wetterau: Wie ein regionales Unternehmen neue Wege in der Landwirtschaft geht

Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik besucht Mudda Natur und spricht über Innovation, Klimaanpassung und regionale Wertschöpfung


Quinoa aus Südamerika kennen viele. Dass die eiweißreiche Pflanze inzwischen auf den Feldern in der Wetterau wächst, dürfte dagegen manchen überraschen. Dahinter steht unter anderem das regionale Unternehmen ‚Mudda Natur‘, das gemeinsam mit Landwirten in Deutschland neue Wege im heimischen Anbau geht. Die Wetterauer Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik (SPD) besuchte ein Quinoa-Feld in Niddatal und tauschte sich mit den Gründern Johannes Grenzebach und Simon Weiss sowie dem Landwirt Christian Weber vom Naturlandhof Weber über die Entwicklung des Unternehmens, den Quinoa-Anbau in Deutschland und die Zukunftsperspektiven für die heimische Landwirtschaft aus.


„Unsere Wetterau ist eine starke Landwirtschaftsregion. Damit das auch in Zukunft so bleibt brauchen wir Menschen, die neue Ideen entwickeln und den Mut haben, sie umzusetzen. Mudda Natur zeigt eindrucksvoll, wie Innovation und Landwirtschaft zusammenkommen können. Hier entstehen neue Anbaumöglichkeiten, wirtschaftliche Perspektiven für landwirtschaftliche Betriebe und regionale Wertschöpfung“, erklärt Pawlik.


Geschichte des Unternehmens begann 2018 mit einer Idee aus dem Agrarstudium: Johannes Grenzebach beschäftigte sich intensiv mit verschiedenen Quinoa-Sorten und der Frage, wie sich die ursprünglich aus Südamerika stammende Pflanze auch in Deutschland anbauen lässt. Die Geschichte des Unternehmens begann 2018. Inzwischen arbeitet Mudda Natur mit Vertragslandwirten in ganz Deutschland zusammen und baut die Anbauflächen kontinuierlich aus. In diesem Jahr wird Quinoa für das Unternehmen bereits auf rund 1.000 Hektar angebaut. Daraus entstehen unter anderem Vollkornmehl, Nudeln, Quinoa Bites und Frühstücksflocken.


Auch in der Wetterau wächst Quinoa mittlerweile seit mehreren Jahren. Christian Weber baut die Pflanze auf seinem Naturlandhof in Niddatal für Mudda Natur an. „Quinoa ist eine spannende Pflanze für unsere Landwirtschaft“, erklärte Johannes Grenzebach beim Besuch. „Sie braucht vergleichsweise wenig Wasser und ist bei uns bislang kaum von Schädlingen betroffen. Gleichzeitig ist sie eine wertvolle pflanzliche Proteinquelle.“


Ein besonderes Anliegen der Gründer ist es, nicht nur den Anbau, sondern möglichst auch die weiteren Verarbeitungsschritte in Deutschland zu etablieren. „Uns geht es nicht nur darum, Quinoa in Deutschland anzubauen. Wir wollen möglichst die gesamte Wertschöpfungskette regional halten“, erläuterte Mitgründer Simon Weiss. „Vom Anbau über die Verarbeitung bis zum Verkauf unserer Produkte soll die Wertschöpfung in Deutschland bleiben. Davon profitieren die Landwirtschaft, die weiterverarbeitenden Betriebe und am Ende auch unsere Regionen.“


Für Natalie Pawlik zeigt das Beispiel, welche Chancen in der Weiterentwicklung der heimischen Landwirtschaft liegen. Denn der Klimawandel, veränderte Anbaubedingungen und wirtschaftlicher Druck stellen viele Betriebe vor große Herausforderungen.


„Wir müssen unsere Landwirtschaft so aufstellen, dass sie auch unter veränderten Bedingungen erfolgreich wirtschaften kann. Dazu gehört, Bewährtes zu erhalten, aber auch offen für neue Kulturen und innovative Anbaumethoden zu sein. Wenn es gelingt, neue Einkommensmöglichkeiten für unsere Landwirte zu schaffen und gleichzeitig die regionale Verarbeitung zu stärken, ist das ein Gewinn für unsere gesamte Region“, betonte die Bundestagsabgeordnete. Zum Abschluss bedankte sich Pawlik bei Johannes Grenzebach, Simon Weiss und Christian Weber für den Austausch. Mich beeindruckt, wie aus einer Idee ein wachsendes Unternehmen entstanden ist, das gemeinsam mit landwirtschaftlichen Betrieben neue Wege geht. Solche Erfolgsgeschichten zeigen: Die Zukunft unserer Wirtschaft und Landwirtschaft wird auch hier bei uns in der Wetterau gestaltet.“