Pawlik, Gnadl und die SPD Nidda besuchen Zimmermann-Strauß-Museum
Die Wetterauer Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik (SPD), die Oberhessische Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl (SPD) und die Vertreterinnen des SPD-Ortsvereins Laura Lobo Massaro und Christine Jäger besuchten gemeinsam das Zimmermann-Strauß-Museum in Nidda. Das Museum widmet sich der Geschichte und Gegenwart des jüdischen Lebens in der Region und ist ein wichtiger Ort des Erinnerns und Lernens.
Empfangen wurden die Politikerinnen von den Vereinsvorsitzenden Hildegard Schiebe und Sharon Rieck und Schatzmeisterin Gabriele Amend die das Museum mit großem ehrenamtlichem Engagement betreiben.
„Gerade in Zeiten, in denen Jüdinnen und Juden wieder vermehrt Anfeindungen erfahren, ist es wichtiger denn je, deutlich zu machen: Jüdisches Leben gehört zu Deutschland – gestern wie heute. Das Museum in Nidda trägt auf beeindruckende Weise zur Sichtbarmachung, Erinnerung und Sensibilisierung bei“, erklärte die Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik.
Bei einem Rundgang durch die Ausstellungsräume berichteten die Vereinsvorsitzenden über die Geschichte des Museums, das vor allem auf die private Sammlung des früheren Pfarrers Wolfgang Stingl zurückgeht. Mit Unterstützung von Siegfried Strauß, einem jüdischen Bürger Niddas, dem zur Zeit des Nationalsozialismus die Ausreise in die USA gelang, konnte 2002 das Gebäude in der Hauptstraße erworben werden. Nach einer umfassenden Sanierung des Erdgeschosses wurde die Ausstellung 2024 neu eröffnet.
Zu den zentralen Exponaten zählen eine Thorarolle, ein Modell der früheren Synagoge in Nidda und Objekte jüdischer Feiertage, die religiöse Traditionen anschaulich vermitteln. Im „Raum des Nicht-Vergessens“ wird an das Leben jüdischer Bürgerinnen und Bürger in Nidda erinnert, die während des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet oder vertrieben wurden. „Wir geben ihnen ein Stück ihrer Würde zurück und bewahren ihre Geschichten – damit das Wissen um die Verbrechen des Nationalsozialismus weitergetragen wird“, betonte Sharon Rieck.
Ein besonderer Schwerpunkt der Vereinsarbeit liegt in der Bildungsarbeit mit Schulen und Konfirmandengruppen. Führungen durch das Museum und thematische Stadtgänge ermöglichen jungen Menschen einen direkten Zugang zur jüdischen Geschichte und Kultur. „Es ist uns wichtig gerade jungen Menschen einen Anstoß zu geben, damit sie selbst nachdenken können, wie sie mit der Geschichte und der Verantwortung Deutschlands in Zukunft umgehen wollen“, erklärte Hildegard Schiebe.
„Die Arbeit des Vereins ermöglicht es, ein gutes Verständnis von jüdischem Leben zu erlangen. Dabei beginnt mit der Aufklärung die Prävention vor Antisemitismus und Extremismus, dies leistet das Museum auf beeindruckende Weise“, betonte Lisa Gnadl.
Der Verein organisiert im Wechsel mit Schulklassen und Konfirmandengruppen die jährliche Gedenkveranstaltung am 9.11. am Mahnmal am Johanniterturm. Diese sind fester Bestandteil des städtischen Gedenkens in Nidda. „Die Gedenkveranstaltung und die Erinnerungsarbeit sind für unsere Stadt von unschätzbarem Wert und ermöglichen für viele Bürgerinnen und Bürger sich mit den Verbrechen im Nationalsozialismus auseinanderzusetzen“, danken Laura Lobo Massaro und Christine Jäger dem Verein im Namen der SPD Nidda.
„Das Engagement des Vereins und der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ist herausragend und verdient besondere Anerkennung. Wir werden uns auch weiterhin für die Stärkung und Unterstützung der Erinnerungsarbeit einsetzen“, erklären die Politikerinnen abschließend.
