Förderschule leistet wichtigen Beitrag zur Inklusion und individuellen Förderung
Die Wetterauer Bundestagsabgeordnete Natalie Pawlik (SPD) besuchte die Wartbergschule in Friedberg – eine Förderschule mit dem Schwerpunkt „Geistige Entwicklung“. Vor Ort tauschte sich Pawlik mit dem Schulleiter Thorsten Giese, seiner Stellvertreterin Bettina Ruß, dem Vertreter des Staatlichen Schulamts Dr. Erik Dinges sowie mit der Lehrkraft und Vorsitzenden des Fördervereins der Schule Katrin Kupfer über die aktuelle Situation und die Herausforderungen in der sonderpädagogischen Förderung aus.
Die Wartbergschule verzeichnet seit Jahren steigende Schülerzahlen und mit ihnen wächst auch der individuelle pädagogische Förderbedarf. „Viele Kinder und Jugendliche haben heutzutage mit multiplen Herausforderungen zu kämpfen und brauchen deutlich intensivere Betreuung. Als Schule müssen wir immer dem Einzelfall gerecht werden, was zunehmend herausfordernd ist. “, betonte Schulleiter Giese. Gerade für Schülerinnen und Schüler mit einer geistigen Behinderung seien stabile Beziehungen zu Gleichaltrigen, genauso wie zu ihren Lehrerinnen und Lehrern ein zentraler Baustein für ihre Entwicklung. „Wir leben hier eine starke Schulgemeinschaft mitvielen engagierte Lehrkräften und Teilhabeassistenzen (Teilhabeassistentinnen und Teilhabeassistenten), in der unsere Schülerinnen und Schüler gute Erfahrungen sammeln können. Eine positive Atmosphäre ist unser Fundament.“, so Giese.
Ein konkreter Beitrag dazu ist auch der vom Förderverein mitfinanzierte Ruheraum. „Er bietet den Kindern einen Rückzugsort, um sich von den vielen Reizen im Schulalltag zu erholen, neue Kraft zu schöpfen und anschließend wieder konzentriert am Unterricht teilzunehmen“, erläuterte Katrin Kupfer. Ein wichtiger Schwerpunkt der Schule ist auch die Berufsorientierung und die Unterstützung der Schülerinnen und Schüler im Übergang in das Berufsleben und auf den Arbeitsmarkt. „Immer wieder gelingt es unseren Schülerinnen und Schülern während eines Praktikums einen Betrieb zu überzeugen. Wir wünschen uns, dass noch mehr Betriebe bereit sind, Jugendlichen mit Behinderung eine Chance zu geben.“, berichtete Kupfer, die für den Bereich der Praktika zuständig ist. Für einige Schülerinnen und Schüler sei der Weg in eine Werkstatt für Menschen mit Behinderung oder in eine Tagesförderstätte der richtige – entscheidend sei die individuelle Passung.
Über ihre eigene Arbeit hinaus unterstützt die Wartbergschule auch Regelschulen im Wetteraukreis bei Fragen der Inklusion. Um den inklusiven Unterricht weiter zu stärken, sprach sich der Schulleiter Giese ein einheitliches Ausbildungscurriculum für Teilhabeassistenzen aus. „Die Teilhabeassistenzen sind selbstverständlicher Teil des Unterrichts und des Schulalltags – auch an unserer Förderschule. Es ist deshalb wichtig ein einheitliches Ausbildungscurriculum zu entwickeln und zu definieren, welche Aufgaben sie wahrnehmen sollen. Das stärkt besonders die Teilhabeassistenzen selbst und professionalisiert das Berufsfeld“, erklärte Thorsten Giese.
„Ich halte es für richtig, dass Eltern die Wahlfreiheit haben, ob sie ihr Kind in einer Regelschule anmelden, oder ob sie eine Förderschule bevorzugen. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass die Inklusion in der Schule sehr gut gelingen kann, wenn die Voraussetzungen dafür stimmen. Am Ende profitieren wir alle davon, wenn die Teilhabechancen von Kindern verbessert werden“, betont Natalie Pawlik. „Hier an der Wartbergschule wird mit großem Engagement daran gearbeitet, Kindern bestmögliche Lern- und Entwicklungsbedingungen zu bieten. Das ist sehr beeindruckend und eine große Bereicherung für die Wetterau“, so die Bundestagsabgeordnete.
